Mindset

Glimmer im Alltag wahrnehmen – kleine Momente, die dich glücklicher machen

In den letzten Tagen habe ich mich etwas ausführlicher mit Glimmern beschäftigt. Kurze Erklärung: Glimmer sind wie das Gegenteil von Triggern. Es sind Momente und Dinge, die kleine Funken der Freude in dir entfachen können. Wie bei Triggern beeinflussen sie blitzschnell unsere Wahrnehmung und Empfindungen. Aber im Gegensatz zu einem Trigger geben uns Glimmer ein schönes Gefühl. Und genau darum geht es heute. Lies weiter und gemeinsam können wir versuchen, die Glimmer im Alltag wahrzunehmen, um glücklicher durchs Leben zu gehen.

Glimmer und Trigger

Der Begriff Glimmer stammt aus der Trauma-Therapie und geht auf die Autorin und Klinikerin Deb Dana zurück. Trigger kennen wir ja alle, würde ich sagen. Gewisse Gerüche, Begebenheiten oder sogar Worte können uns sofort in eine Angstsituation bringen und schlechte Gefühle hervorrufen. Genau so funktionieren auch Glimmer – halt einfach im positiven Sinne.

Leider ist es einfacher, im Alltag die Trigger um uns herum wahrzunehmen und auf Glimmer muss man sich am Anfang schon etwas einstellen. Wenn ich mit Scheuklappen durch mein Leben gehe und jeden Tag nur „abarbeite“, damit er vorbei ist und ich den nächsten angehen kann, dann haben die Trigger gewonnen. So fällt es ihnen leicht, uns den Tag zu vermiesen. Wenn wir aber den Glimmern eine Chance geben und nach ihnen Ausschau halten, können wir die genau gleichen Tage zu schönen Momenten machen.

Glimmer sind keine großen Momente wie Urlaub oder eine Gehaltserhöhung. Es geht um die kleinen Momente die an uns vorbeihuschen, wenn wir sie nicht aktiv genießen. Beispiele dafür sind der Morgenkaffee in Stille, eine schöne Blume am Wegrand oder der Klang von Regen auf dem Dach. Solche kleinen Erlebnisse rauschen im Alltag an uns vorbei, wenn wir nicht versuchen, sie aktiv wahrzunehmen. Dabei können wir Kraft, Freude und Energie aus ihnen ziehen. Also wieso nicht einfach mal ausprobieren?

Schlechte Nachrichten lassen sich leider überall finden. Schlägt man die Zeitung auf, scrollt durch Social Media oder macht man den Fernseher an, wird man regelrecht mit kleinen oder großen Triggern bombardiert. Um dieser Angst, die in uns allen bei gewissen Dingen aufkommt, entgegenzutreten, sollten wir anfangen, uns auch auf die aufbauenden Dinge zu achten.

Wenn wir das regelmäßig machen und aktiv in unseren Tag einbauen, wird es irgendwann zur Gewohnheit. Dann müssen wir nicht mehr versuchen, irgendwo eine schöne Blume zu finden, um möglichst viel Freude aus ihr raus zu ziehen. Dann geht es dir nämlich plötzlich so wie mir vor einigen Tagen, als ich auf dem Weg zur Arbeit nichtsahnend einer wunderschönen, weißen Blume begegnet bin. Ich bin sofort stehen geblieben und musste lächeln. Ein warmes, seliges Gefühl ging durch meinen Bauch und allein dieser Anblick dieser hübschen Blume, die gestern noch nicht da war, hat mir mehr Energie gegeben. Das war wundervoll und ich will noch mehr solcher Momente erleben.

Was du jetzt tun kannst:

Welche kleinen Dinge machen dir Freude? Versuche mal, darüber nachzudenken, was deine Glimmer sind. Welche Geräusche, Gerüche, kleine Aktivitäten oder Anblicke machen dich glücklich? Das ist schon ein erster Schritt, um achtsamer für die Glimmer um dich herum zu werden.

Du kannst zum Beispiel eine „Glimmer-Liste“ in dein Tagebuch schreiben oder an deinem Schreibtisch anheften, damit du nicht vergisst, im Alltag auf Glimmerjagd zu gehen. Du kannst die Liste auch immer wieder erweitern oder ein ganzes Glimmer-Tagebuch führen. Je mehr wir unsere eigenen Glimmer kennen und sehen, desto mächtiger sind sie im Alltag.

Wenn du möchtest, kannst du meine selbst gebastelte Glimmervorlage herunterladen. Da kannst du deine ganz persönlichen Glimmer eintragen.

Bitte entschuldige, dass der rechte Rand nicht so gestochen scharf wie der Rest ist. Ich habe die Vorlage in meinem Journal gemacht und mein Scanner wollte diesen Teil nicht richtig wahrnehmen. 🙃 Aber hätte ich nichts gesagt, wäre es keinem aufgefallen.

Glimmer-Vorlage
Download
Handgemachte Vorlage für Glimmer im Alltag auf braun gefärbtem Papier mit zwei gezeichneten Blüten und dem Schriftzug „Meine Glimmer" in Schreibmaschinenschrift

Als Inspiration für deine Liste habe ich dir einige meiner Glimmer aufgeschrieben.

Meine Glimmer im Alltag:

  • das Vogelgezwitscher, das ich am Morgen im Bett höre
  • wie das Sonnenlicht zu verschiedenen Tageszeiten auf meine Möbel fällt
  • neue Blätter, die an meinen Zimmerpflanzen wachsen
  • Der frische Geruch in der Luft, wenn es regnet
  • Der erste Schluck Tee am Morgen (gerade Lindenblüten-Limetten-Tee. Das ist momentan mein Morgengetränk)
  • der Geruch von alten Büchern
  • der Anblick selbstgemachter Bastelprojekte (Stickereien, gehäkelte Klamotten, mein Bullet Journal usw.)
  • meine gepressten Blümchen, wenn ich sie zum ersten Mal sehe nach dem Pressen
  • draußen barfuß laufen
  • Der Himmel, wenn die Sonne langsam untergeht
  • Fremde Menschen unterwegs anlächeln und als Antwort ein Lächeln zurückbekommen
  • Wenn ein Song genau zum Timing und meiner Stimmung passt
  • wie sich selbstgeschöpftes Papier anfühlt
  • an Erdbeeren riechen
  • draußen Blumen finden, die gestern noch nicht da waren
  • der erste Schluck eines kalten, leckeren Getränks
  • Wenn ich nach Hause komme und es nach meinem Blumenstrauß riecht
  • die ersten Sekunden, wenn ich meine Beine in einen Fluss halte
  • den Wind an einem warmen Tag spüren
  • unterwegs eine Katze sehen
  • gerade ein Kapitel fertig gelesen haben, wenn ich aussteigen muss (Ich lese oft im Zug)
  • wenn die Ampel grün wird, sobald ich ankomme
  • Eine Wolke in einer bestimmten Form sehen
  • einem Gewitter zuhören
  • Das Licht- und Schattenspiel, wenn Sonnenlicht durch die Bäume scheint

Das sind alles Glimmer, die im Moment stark sind. Wenn die Tage wieder kürzer und kälter werden, gibt es aber noch weitere Momente – zum Beispiel:

  • das Geräusch, wenn ich auf trockenem Laub laufe
  • wenn die Wohnung nur von Kerzen beleuchtet wird
  • einen kuscheligen, warmen Pullover tragen
  • an Zimt riechen – alles, was mit Zimt zu tun hat – ich liebe Zimt!
  • der erste Schnee sehen und wahrnehmen, wie die Luft dabei riecht
  • an einem kalten Tag in meine warme Wohnung heim kommen
  • Hände um eine warme Tasse legen

In den Listen ist bestimmt auch etwas drin, das für dich ein Glimmer ist. Schreibe doch gerne in die Kommentare, welche Glimmer du sonst noch hast. Wir würden bestimmt alle davon profitieren können. 😊

Ich hoffe, dich ein wenig inspiriert zu haben, so dass wir gemeinsam auf Glimmerjagd gehen können. Sag den Triggern den Kampf an und versuche, die Glimmer im Alltag die Überhand gewinnen zu lassen. Am Ende wollen wir doch alle, dass unsere Tage mehr schöne als schlechte Erlebnisse mit sich gebracht haben.

Ich wünsche dir einen schönen Tag oder Abend und hoffe, dass du das Schöne um dich herum wahrnehmen kannst. Gehe Schritt für Schritt und gib dir Zeit. Glückseligkeit ist nichts, das du über Nacht erlangen kannst. Aber wir können jetzt anfangen ihr einen Schritt näher zu kommen.

-Angi

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