Mindset

Die Musik, die dazu spielt – Wie ich versuche, mein Leben zu romantisieren

„Das Leben romantisieren“ Vielleicht hast du davon auch schon mal gehört. Vielleicht versuchst du auch schon, jeden Tag etwas mehr zu romantisieren. Falls das aber alles noch neu für dich sein sollte: Das Leben romantisieren bedeutet, im Hier und Jetzt zu leben und dem aktuellen Moment mehr Anerkennung zu schenken. Es geht nicht darum, sich Probleme schönzureden oder überspitzt immer nur die guten Dinge zu sehen. Es geht darum, achtsam zu sein, den kleinen Dingen Beachtung zu schenken und im Alltag dafür zu sorgen, dass wir uns auch mit schönen Sachen umgeben, die uns glücklich machen.

Das können kleine Dinge sein wie beispielsweise das bewusste Trinken deines Lieblingstees. Die Vorfreude auf den ersten Schluck, während du dir das Wasser kochst und dir die passende Tasse für den heutigen Tag aussuchst. Die Freude über das warme Gefühl, wenn du den Tee schluckst und das wohlig angenehme Aroma. Diese kleine Freude, die dabei entsteht, ist, was ich meine. Das ist dieses sogenannte „das Leben romantisieren“.

Die Sache mit der Wahrnehmung

Hast du schon mal Filmausschnitte gesehen, bei denen jemand andere Musik untergelegt hat? Wenn ja, dann weißt du, wie sehr die Stimmung eines Filmes mittels Musik vermittelt wird. Durch den Soundtrack werden so viele Gefühle ausgedrückt und erst das macht aus dem Film einen Liebesfilm, einen Thriller oder eine Komödie. Tauscht man die Musik aus, wirken die Szenen plötzlich komplett anders.

Wenn man mal verstanden hat, wie sehr unsere Einstellung und die Sicht auf Dinge entscheidet, wie wir ein bestimmtes Ereignis wahrnehmen, dann kann man bewusst dafür sorgen, glücklicher zu sein. Ich habe es schon oft ausprobiert und es funktioniert tatsächlich. Nicht alles, aber sehr vieles ist nur eine Sache der Einstellung. Seit ich mich im Alltag immer und immer wieder daran erinnere, rege ich mich über viel weniger Dinge auf als zuvor. Es trübt meine Stimmung jetzt viel weniger oder sogar überhaupt nicht mehr, wenn mein Zug mal verspätet ist, das Wetter nicht so sonnig, wie ich es gerne hätte oder ich einen korrigierbaren Fehler mache.

Sich über Dinge aufzuregen, die man nicht ändern kann, bringt sowieso nichts als Wut, Resignation und schlechte Vibes. Alles Dinge, die wir wohl alle nicht so mögen.

Lebe in deinem eigenen Film

Aber kommen wir zurück zu den Filmen. Wenn du das Prinzip mit der Musik bei Filmen auf dein eigenes Leben anwenden möchtest, geht es also nicht darum, was du tust und erlebst. Es geht nicht um die Geschichte, sondern um die Musik, die dazu spielt – darum, welche Gefühle du diesen einzelnen Szenen zusprichst. Durch Ändern deines Blickwinkels steht jeder Moment in einem anderen Licht.

Beispielsweise kann man sich darüber aufregen, dass es regnet und alles grau ist. Oder man kann die Fenster öffnen, die frische, kalte Luft einatmen und den Geruch des Regens wahrnehmen. Man kann sich darüber freuen, dass die Pflanzen Wasser bekommen und dadurch mit neuer Kraft weiterwachsen können. Man kann im Regen tanzen, mit einem warmen Getränk spazieren gehen und sich dabei wie in einem Film fühlen oder zurückversetzt in die Zeiten, als man noch ein Kind war. Oder man kann es sich daheim mit einem guten Buch, einer kuscheligen Decke und einer heißen Tasse Kaffee gemütlich machen, Kerzen anzünden und dem Regen zuhören.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie man auf Regen reagieren kann und wie man mit einem kleinen Perspektivenwechsel auch einen Regentag zu einem Lieblingstag machen kann. Zu realisieren, dass sehr vieles nur eine Sache der Einstellung ist, ist ein riesiger Schritt in Richtung glücklich sein.

Wir können nicht komplett wählen, wie unser Leben verläuft und was wir alles erleben. Aber wir haben die Kontrolle darüber, wie wir diese Momente erleben, interpretieren und aufnehmen.

Natürlich ist es nicht einfach, 24/7 die Glückseligkeit aufrecht zu erhalten und wie ein Rehkitz in einem Cottagecore-Film unbeschwert durch die Welt zu hüpfen. (Auch wenn ich mir das echt sehr romantisch und schön vorstelle.) Aber das Leben ist nun mal so, dass wir immer wieder mit Dingen konfrontiert werden, die es einem nicht gerade leicht machen, das Schöne zu sehen und die Sache so zu akzeptieren, wie sie ist. Aber genau wegen diesen Dingen ist es wichtig, dass wir weiterhin das Schöne und die Magie um uns herum sehen. Denn sollten wir damit irgendwann aufhören, wäre die Welt nur noch ein sehr grausamer Ort.

Was DU jetzt tun kannst:

Wenn du möchtest, gebe ich dir eine kleine Aufgabe auf den Weg, die du noch heute oder morgen tun kannst.

Suche dir etwas aus, das dir Freude macht. Das kann ein Hobby sein, dir den Sonnenuntergang anzusehen oder dein Lieblingseis zu essen. Du kannst aber auch nur ein paar Minuten im Garten sitzen und den Vögeln zuhören. Nimm dir bewusst Zeit für diese Aktivität und bleibe dabei bewusst im Hier und Jetzt. Erlebe jede Sekunde für Sekunde. Wenn du willst, stelle dir vor, dein Leben wäre ein Film oder ein Buch und überlege dir deinen passenden Soundtrack dazu. Genieße deine Zeit und sei dankbar dafür, dass du sie erleben darfst.

Ich wette mit dir, es wird dir guttun, deine eigene Geschichte zu schreiben, auch wenn sie nur in deinem Kopf ist. Nur du hast in der Hand, welches Genre sie haben wird und mit welchem Soundtrack du sie ausstattest.

Jetzt wünsche ich dir einen wundervollen Tag oder Abend und ich hoffe, dass du etwas Glückseligkeit und Romantik in deinen Alltag etablieren kannst.

Angi

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